Doch der Aufenthalt in luftiger Höhe beschränkte sich nicht nur darauf, wie die Storchenbeauftragte nach ihrer Rückkehr auf festen Boden den Gästen erläuterte: „Ich habe den Störchen auch die Schnäbel geputzt und sie gewogen.“ Leicht untergewichtig sind die beiden Jungtiere mit 2,75 und 2,85 Kilogramm: „Mit fünf Wochen sollten sie etwa 3,5 Kilogramm wiegen!“ Das sei aber nicht dramatisch, so die studierte Biologin, da die Jungen ansonsten gesund seien. Damit das auch so bleibe, sei es jedoch äußerst ratsam, nirgendwo Plastikteilchen, vor allem keine Schnürchen oder Seile, wegzuwerfen: „Die Eltern verwenden alles, was sie finden, zum Nestbau. In Scheer haben wir einen Storch aus dem Nest herausgeschnitten, der sich in Plastikbändern verheddert hatte. Ein Bein ist immer noch geschwollen und er kann nur noch sitzen!“

Nach diesem kleinen Vortrag, in dem die Storchenbeauftragte auch ihre Freude über die große allgemeine Anteilnahme äußerte, schritt man zur Aktion der Namensgebung. Aus einer Schachtel mit den abgegebenen Losen zog Ute Reinhard die beiden Vorschläge: Jana Erath aus Krauchenwies hatte für das Männchen den Namen Candy vorgeschlagen, für das Weibchen lautete der Vorschlag von Georg Holz aus Sigmaringen Sansibar. Die beiden Jungtiere protestierten nicht, als Stefan Gmeiner ihre Namen mit dem Lautsprecher kundgab.

 

Danach stellte sich Ute Reinhard, die vor nunmehr zehn Jahren vom Regierungspräsidium Tübingen als Storchenbeauftragte eingesetzt wurde, gerne noch den Fragen aus dem Publikum und bestätigte, dass zwei der ursprünglich vier Jungtiere zehn Tage nach dem Schlüpfen gestorben waren: „Aber in ein bis zwei Wochen sind Sansibar und Candy endgültig über dem Berg!“ Die Frage, ob es richtig sei, zuzufüttern, beantwortete die Expertin mit einem entschiedenen Nein: „Sonst merkt man nicht, ob in der Landschaft etwas nicht stimmt!“ Einige Gäste berichteten, dass die Storcheneltern ihr Futter oft auf einer Wiese in Richtung Hausen suchen würden. Von dieser Futtersuche zurückgekehrt, ließ sich Vater Storch auch bald wieder blicken und beobachtete von oben stolz das gesellige Treiben, das man wegen seines Nachwuchses initiiert hatte.

Quelle: Schwäbische Zeitung

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